Alberta (17. 6. 2010)

Route durch Alberta:

Cypress Hills Prov. Park:

Wir kamen sehr spät und bei strömenden Regen an. Uns wurde ein Platz zugewiesen - geschottert. Ich parkte rückwärts ein als das linke „Hinterteil“ plötzlich absackte - nur durch Allrad kamen wir wieder raus. Aber der Platz war „im Eimer“. Wir bekamen einen anderen zugewiesen - diesmal asphaltiert.

Es regnete und stürmte die ganze Nacht. Am nächsten Morgen weckte uns ein Ranger. Er bat uns alles zusammen zu räumen und zur Information zu fahren. Die Wege dahin gingen nur noch durch völlig überschwemmte Strasse. 

Wir wollten ganz abfahren aber dies ging nicht - die Zufahrtstrasse war gesperrt wegen völliger Überflutung. Ein Notfall den es scheinbar hier noch nie gegeben hatte.

 

Am späten Nachmittag erreichte uns die Nachricht dass der Hwy 41 wohl noch gesperrt bleibt aber das kleine Strässchen 514 offen wäre - ist aber eine Sandstrasse (bzw. Kies mit Lehm). Wir sind trotzdem gestartet und kamen gut durch aber das Fahrzeug sah 24 Stunden  nachdem ich es mühsam gereinigt hatte wieder vollkommen verdreckt aus.

 

Woche: 20. 6. bis 26. 6. 2010

Medicine Hat:

Hier haben wir 2 Tage unsere „Wunden geleckt“, Wäsche gewaschen, Brot gebacken und das Fahrzeug etwas gesäubert. Leider hat sich Rita einen Infekt eingehandelt und muss den nun auch noch auskurieren. Insofern haben wir nichts von Medicine Hat gesehen.

Fahrt nach Drumheller:

Ein Teil der Strecke für über den Hwy 1 und dann nach Norden zum „Dinosaur NP“ - gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Man fährt erst über eine topfebene Prärie um ganz plötzlich vor einem wunderschönen, tiefen Tal zu stehen mit unendlichen Rundungen. Über Jahrtausende hat das Wasser hier die schönsten runden Formen geschaffen. Leider hatten wir wieder eine „Sintflut“ als wir ankamen und konnten somit die Wege zu den Dinsaurier Ausgrabungen nicht gehen. Wir fuhren weiter nach Drumheller.

Drumheller:

die absolute Dinosaurierhochburg im Herzen der Badlands, 150km nordöstl. von Calgary.

Wer sich für Saurier interessiert und auf bizarre Landschaften steht ist hier genau richtig.

Aufgrund der unzähligen Dino Funde ist dieses Gebiet als Weltnaturerbe auf der UNESCO-Liste verzeichnet.

 

Das Royal Tyrrell Museum (eines der Besten der Welt )verdeutlicht die Lebensgeschichte dieser Giganten.

Diese Landschaft ist die ultimative Kulisse für Western und den Film Jurassic Park, was sie ja auch ist.

Fahrt nach Banff / Rocky Mountains:

Als sich aus der brettebenen Prärie dann am Horizont die ersten riesigen, noch schneebedeckten Berge der Rockies abzeichneten, war das wieder ein ganz besonderes Highlight für uns.

Der Banff National Park ist eine spektakulärsten Gegenden auf der Welt und Banff ist einer der touristischsten Orte von ganz Kanada - aber nicht unangenehm

Wir haben uns hier mit Barbara und Vic getroffen (bei denen wir vor 5 Jahren auf unserer ersten Tour durch British Columbia und Alberta gewohnt hatten) und einen schönen Klönabend zusammen verbracht. Schön das Ihr Zeit hattet Barbara und Vic!!

Von Banff fuhren wir ein paar Kilometer weiter nach Sunshine Medows.

Ein wunderschönes Wandergebiet - auf Almwiesen mit tiefblauen Bergseen und einzigartiger Flora. Leider lagen hier noch ein halber Meter Schnee und mit der bunten Blumenwiese war´s dann nichts.

Trotzdem haben wir eine 2 Std. Wanderung im Tal gemacht, damit wir nicht einrosten

 

Ein Bär!!!

Auf dem Rückweg hatten wir die Begegnung der besonderen Art. JUHUUU, endlich einen Bären, wow!!!! Kein kleiner Schwarzbär, nein gleich ein richtiger, ausgewachsener Grizzly. 

Wir waren ganz aufgeregt, aber er ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und hat weiter gefuttert.

Ob wir so ruhig geblieben wären, wenn wir nicht sicher im Auto gesessen hätten? Ich glaube nicht. Obwohl wir uns nach eindringlichem Anraten, mit Bärenspray, Knallpatronen und Bärenglocke bewaffnet haben.

Heute war ein richtiger Feiertag für uns.

 

Lake Louise im Banff National Park:

Am Lake Louise haben wir eine Wanderung gemacht. Zuerst ging´s vom Campground im Dorf Lake Louise mit dem Fahrrad zum See - nur ca. 5 km aber mit einer enormen Steigung. Vom See sind wir dann an den Mirror Lake und weiter an den Lake Agnes gewandert. Ein Höhenunterschied von 1.700 auf 2.100 m. Stetig bergauf aber ein hervorragender Weg und eine wirklich grandiose Aussicht - auf den türkisblauen Lake Louise, auf die 3.000er ringsum und einige Gletscherfelder. Der Abstieg in Richtung Ende des Sees ist noch schöner da weniger bewaldet. Diese Wanderung ist absolut zu empfehlen. Oben am Lake Agnes gibt es eine rustikale Teestube und gute Sandwiches - alles wir übrigens mit dem Helikopter rauf geflogen.

Hwy1 and Hwy 93 from Lake Louise to Jasper (Icefiekd Parkway)

Wahrscheinlich eine der schönsten Panoramastrassen der Welt.

Führt vorbei an grandiosen Berggipfeln, unglaublich türkisfarbenen Seen, engste Schluchten (Wasserfälle) die ganze Flüsse verschlucken und Gletscher die bis an die Strasse reichen.

Auf dem Weg haben wir noch den kanadischen „Elk“ gesehen (ein sehr großer Hirsch). Was wir als Elch bezeichnen heißt in Kanada „Moose“.

 

Die Bilder sprechen für sich:

 

Miette Hotspring (bei Jasper):

Von Jasper auf dem Hwy 16 Richtung Osten, nach 41 km geht´s rechts ab und dann in einem wunderschönen Tal nach oben. Nach 53 km (von Jasper) sind wir da.

Unterwegs sahen wir zwei riesige „Elks“ (entspricht einem großen Hirsch) - siehe den kurzen Film.

Miette Hotspring ist die heißeste Quelle Kanada´s - das Mineralwasser kommt mit 54° C aus dem Boden und hat im heißesten Becken 39°C. Das kälteste Becken hat 13° C und dazwischen gibt es zwei weitere Becken. Das Bad liegt wunderbar umrahmt von hohen Bergen und die Becken sind alle im Freien. Kanadische Thermalbäder sind mit nichts mit unseren europäischen zu vergleichen. Außer den (kleinen) Badebecken gibt´s eine spärliche Umkleidekabine und das war´s. Wasser und Landschaft ist was Geld kostet - und das nicht wenig. Die Kanadier wissen aus Ihrer Natur Kapital zu schlagen.

Wir hatten einen ruhigen Vormittag - mit wenig Besuchern.

Am Nachmittag gingen wir nochmals rein - wir hatten immerhin eine Tageskarte. Uns traf der Schlag: waren doch inzwischen 2 riesige Reisebusse mit Schulklassen angekommen. Und scheinbar ist das Limit für die Anzahl der Besucher: Solange man in einem der Becken noch etwas Wasser sieht werden Besucher nicht abgewiesen. Und im 13°C Becken sieht man immer Wasser. Nun wissen wir auch für was die 13° C gut sind. Wir flüchteten sofort wieder.

 

Jasper:

Jasper hat uns schon vor 6 Jahren gefallen und auch diesmal wieder. Obwohl es das touristische Zentrum weit und breit ist hat es sich doch seinen Charme bewahrt. Jasper legt wert auf einen etwas alternativen Touch. Man hat Radwege, viele Radfahrer, keine Gebäude höher als 2 Stockwerke und relativ viel Platz. Interessant ist auch der Bahnhof - Jasper ist Verkehrsknotenpunkt der kanadischen Eisenbahn. Und man sieht unendlich lange Güterzüge mit vielen Dieselloks und einem „tollen Sound“. Jasper ist sowohl Wander- als auch Raftingparadies

 

Jasper / Maligne Canyon:

11 km von Jasper entfernt liegt dieser einmalige Canyon und ein Besuch ist ein MUSS.

Der relativ große und schnelle Maligne Fluss hat sich durch Schlucht gegraben (51 m tief und teilweise nur wenige Meter breit) - unglaublich was Wasser alles leisten kann. Und wenn dann noch wasserlöslicher Kalkstein dazu kommt erhält man solche bizarre und schöne Gebilde. Der Weg führt oben entlang der Schlucht und kreuzt die Schlucht mittels 6 Brücken - jedes mal läuft einem ein Schauer über den Rücken wenn man runter schaut.

 

Jasper / Maligne Lake - ein Wunder der Rockies:

Eingebettet in eine majestätische Bergwelt liegt er in 1.673 m Höhe und 48 km von Jasper entfernt. Er ist der größte von Gletscherwasser gespeiste See der Rockies. Er ist 22 km lang aber sehr schmal aber 97 m tief. Links vom See liegt die „Queen Elizabeth Range“ mit schrägliegenden Gesteinsschichten und messerscharfem Grat. 

Wir haben eine schweißtreibende Wanderung auf die Bald Hills gemacht. Diese „Hügel“ (2.170 m hoch) sind nicht mit Bäumen bewachsen und geben einen fantastischen Blick auf den See und die umliegenden - schnee- und gletscherbedeckten - Gipfel, die alle zwischen 2.500 und 3.000 m hoch sind. Eine Tour die sehr empfehlenswert ist.

Wir haben am See übernachtet (was man eigentlich nicht darf) und sind am frühen nächsten Morgen nach Jasper zurück gefahren - und haben unsere erste Elchkuh gesehen.

 

Gestrandet wegen technischen Problemen in Hinton vom 3. - 7. 7. 2010:

Nachdem wir kurz nach unserem Start in Halifax technische Probleme mit der Elektrik hatten - dies aber auf die lange Überfahrt, abgeklemmte Batterien, etc. schoben kamen die Probleme nach 2 Monaten in Sault Ste. Marie / Ontario wieder. Ein Warnsignal des Wechselrichters sowie das Abschalten der Kühl- / Gefriertruhe wegen Unterspannung (obwohl kurz vorher alle Batterien als randvoll gemeldet wurden) ließ bei uns alle Warnlampen angehen. Wir fuhren auf einen gut ausgestatteten Campground und kontaktierten Fa. Langer & Bock. Trotz intensiver und hervorragender telefonischer Unterstützung durch Fa. Langer & Bock konnten wir das Problem nicht finden. Es war einfach wieder verschwunden.
Nun 1 Monat später in Jasper / Alberta das gleiche Problem. Trotz randvoller Batterien am Abend meldete sich in der Nacht der Wechselrichter mit einem lauten Piepsen und die Kühl- / Gefrierkombination hatte sich abgeschaltet. Der Batteriemonitor zeigt nur noch 23, 2 Volt an. Nun war klar wir hatten ein richtiges Problem.
Wir änderten unsere Fahrtrichtung und fuhren wieder nach Osten in Richtung Edmonton. In Hinton (einer Industriestadt mit 10.000 Einwohnern fanden wir einen guten Campground und machten uns an die Arbeit. Die ganze Garage musste komplett ausgeräumt und die Regale ausgebaut werden um an die Batterien ran zu kommen.
Wir sahen das Problem relativ schnell: der Pluspol einer der 6 Batterien wackelt, inzwischen schon stark korrodiert und auch die Isolierung des Kabels etwas angeschmort. Mit Sicherheit in Fabrikationsfehler der jetzt nach 11 Monaten Dauereinsatz sich bemerkbar macht.
Leider ist heute Samstag. Am Montag kommt eine Batteriespezialist und misst alles durch. Und dann entscheidet sich ob wir nur eine tauschen müssen oder alle sechs.

Das Ergebnis: der wacklige Pol erzeugt hin und wieder internen Kurzschluss und belastet damit auch die anderen Batterien - als Folge sind weitere 2 Batterien am Ende. Wir haben uns entschlossen alle 6 zu tauschen obwohl 3 noch einigermassen ok waren. Wir konnten diesen Typ von Batterie in Nordamerika aber nicht finden und die hier verfügbaren hatten andere technische Daten und andere Abmessungen.

Den Austausch machen wir wir bei Firma CARS  RV & MARINE in Hinton.  Rick Grinell und seine Mannschaft leisteten eine super Arbeit und der Service war höchstes Niveau. Rick telefonierte unermüdlich bis er endlich ähnliche Batterien gefunden hatten. Der Exide Händler in Edmonton versprach über Nacht 6 Stck. zu schicken. Als wir am nächsten Morgen kamen waren nur 4 unterwegs. Rick telefonierte wieder und fand 2 weitere in Grand Prairie (4 Stunden entfernt). Er schickte eine Auto los und holte die Batterien - ohne etwas dafür zu berechnen. Auch der Einbau und die mechanischen Anpassungen wurde erstklassig erledigt. Wir können CARS  RV & MARINE in Hinton nur empfehlen:

www.thecars.ca

 

 

Wir möchten hier nochmals die exzellente Unterstützung von Langer&Bock erwähnen (per Telefon und email). Bei so einer Reise und dieser Beanspruchung bleibt es nicht aus dass Probleme auftreten und da ist es beruhigend zu wissen einen guten Support zu haben.

7. 7. bis 11. 7. 2010

Von Hinton nach Grand Prairie:

Von hier nahmen wir den kleinen Hwy 40 der entlang den Rockies führt. Eine schöne und empfehlenswerte Strecke. Erster Halt war in Grande Cache - Ausgangsort für Wanderungen in den Rockies. Wir wollten ursprünglich in Grand Prairie übernachten aber fanden keinen geeigneten Platz (der Campground ist zu weit von der Innenstadt). Grand Prairie ist das Zentrum des Nordwestens von Alberta mit über 50.000 Einwohnern.

Wir fuhren weiter und übernachteten in Sexsmith

 

Sexsmith:

Kleiner netter Ort, mit einem riesigen Getreidesilo und einer hübschen, blumengeschmückten Hauptstraße (richtige Westernstadt). 

Leider hatten wir uns, als Wiederholungstäter, wieder einen Platz an der Eisenbahn gesucht. Diese kam auch prompt in der Nacht und weckte mit uns mit lauter Sirene (Horn) - keiner kann sich auch nur im entferntesten vorstellen wie laut, einfach schrecklich.

Irgendwann lernen wir es auch noch.

Wir nahmen von Grand Prairie den Hwy 2 nach Peace River. Er führt durch brettebene Prairie und wir durchquerten reiches Farmland und wunderschön gelb blühende Rapsfelder. In Dunvegan machten wir Halt (direkt am Peace River).

 

Dunvegan:

am breiten, träge fließenden Peace-River gelegen, ist ein nettes Plätzchen um eine Pause zu machen. Es gibt eine französische Missions-Kirche und das dazugehörige Wohnhaus zu besichtigen. Ein kurzer Fußweg führt zu einer Gartenanlage mit liebevoll bepflanzten Blumenbeeten. Ein Schwätzchen mit dem Besitzer war sehr interessant.

 

Peace River (Ort und Fluss):

Ein Zentrum der Region mit allem was für die Versorgung wichtig ist.

Auch kulturell war etwas geboten. Genau an diesem Wochenende war ein Openair - Country- Festival in der Stadt. Ausgerüstet mit Stühlen stellten wir uns für den Sicherheits-Check an. Das Gelände eingezäunt wie ein Hochsicherheitstrakt und sogar ein Polizeioffice war auf dem Platz. Bewaffnete Ranger passten auf, das die ca. 7000 Besucher nichts anstellten. Sogar ein Polizeihubschrauber überflog das Geschehen. Wo waren wir hingeraten? Auch gab es für die Biertrinker ein eingezäuntes Territorium, die sich nicht mit den Cola Trinkern zusammen tun durften. Na ja.

Sonst waren die Bands (teilweise) und Stimmung super. Haben nette Leute kennengelernt und viel Spass gehabt.

Das 2. Event war die internat. Jetboot Meisterschaft. Laute, 500 PS starke Motorboote jagten sich auf dem friedlichen Peace River. Aufregend!!

Es hat uns hier sehr gut gefallen

 

Auf dem Walmart Parkplatz haben wir Schweizer Gleichgesinnte (Esther und Erich) mit ihrem Mercedes kennen gelernt. Es gab einiges auszutauschen und am gleichen Abend in High Level haben wir uns wieder getroffen und bei ein paar „Viertele“ und gutem Schweizer Käse das Woher und Wohin und Wieso besprochen. Sicherlich werden wir uns nochmals irgendwo treffen. Danke Esther und Erich für den schönen Abend.

 

Die Fortsetzung des Reiseberichtes wollen wir ab hier nach den wohlklingenden und für die Nordregion so wichtigen Highways gliedern.

 

Fortsetzung des Reiseberichtes siehe unter "Highways"